Nikotinvergiftung: Symptome, Behandlung & Prävention

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25. Februar 2026 Bearbeitet 25. Februar 2026 5 view(s) 25 Min. Lesezeit
Nikotinvergiftung: Symptome, Behandlung & Prävention

Eine Nikotinvergiftung entsteht, wenn der Körper eine zu hohe Nikotinmenge nicht mehr verarbeiten kann – sei es durch das Verschlucken von E-Liquid oder Zigarettenstummeln, eine fehlerhafte Anwendung von Nikotinpflastern oder die gleichzeitige Nutzung mehrerer Nikotinprodukte. Betroffen sind Erwachsene, die Nikotinprodukte missbrauchen, aber vor allem Kleinkinder, die unbeaufsichtigt an nikotinhaltige Produkte gelangen.

Deutschlands PiMont-Studie (Pilotprojekt zur Überwachung von Vergiftungen) meldete im Jahr 2020 insgesamt 851 Fälle von Nikotinvergiftungen.

Dieser Ratgeber erklärt, wie viel Nikotin gefährlich ist, wie Sie eine Vergiftung an den typischen Zweiphasen-Symptomen erkennen, was bei der Ersten Hilfe zu tun (und zu unterlassen) ist, welche Giftnotruf-Nummern in Deutschland rund um die Uhr erreichbar sind und wie Sie Vergiftungen im Haushalt verhindern.

Wichtiger Hinweis: Diese Seite ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei lebensbedrohlichen Symptomen rufen Sie sofort 112. Bei dringendem Verdacht auf Vergiftung ohne akute Lebensgefahr wählen Sie Ihr regionales Giftinformationszentrum (alle Nummern weiter unten).

Inhaltsverzeichnis

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Symptome: Phase 1 (Stimulation, 15–60 Min.): Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, erhöhter Herzschlag. Phase 2 (Depression, ab 30 Min.): Blutdruckabfall, verlangsamte Atmung, Muskelschwäche, Krampfanfälle, möglicher Bewusstseinsverlust.
  • Dauer: Leichte Fälle: 1–4 Stunden. Mittelschwere Fälle: bis zu 24 Stunden. Schwere Vergiftungen erfordern 48–72 Stunden stationäre Überwachung.
  • Erste Hilfe: Nikotinquelle entfernen, frische Luft, kleine Schlucke stilles Wasser. Kein Erbrechen herbeiführen, keine Milch geben. Bei Verschlechterung nach 30 Minuten oder bei Kindern und Tieren: sofort Hilfe rufen.
  • Notruf: 112 bei lebensbedrohlichen Symptomen. Regionale Giftnotruf-Zentrale bei Vergiftungsverdacht ohne akute Lebensgefahr. 116 117 für ärztliche Beratung außerhalb der Praxisöffnungszeiten.
  • Prävention: Nikotinprodukte in kindersicheren, verschlossenen Behältern aufbewahren. Nur eine Nikotinquelle gleichzeitig nutzen; 30–60 Minuten zwischen den Anwendungen warten.

Was ist eine Nikotinvergiftung?

Von einer Nikotinvergiftung (Nikotinintoxikation) spricht man, wenn der Körper eine Nikotinmenge aufgenommen hat, die über seine kurzfristige Verarbeitungskapazität hinausgeht. Nikotin ist ein Nervengift, das über Mund- und Darmschleimhaut, Haut, Lunge und Atemwege in den Blutkreislauf gelangt. Es wirkt auf nikotinische Acetylcholin-Rezeptoren im zentralen und peripheren Nervensystem, die Herzfrequenz, Atemfunktion, Muskelaktivität und Verdauung steuern.

Typische Aufnahmewege sind:

  • Mundschleimhaut (Nikotinbeutel, Kautabak, Snus)
  • Lunge (Rauchen, Dampfen/E-Zigarette)
  • Haut (Kontakt mit konzentriertem E-Liquid oder beschädigten Nikotinpflastern)
  • Magen-Darm-Trakt (versehentliches Verschlucken)

In einer ersten Phase führt Nikotin zur Überstimulation der Rezeptoren (Tachykardie, Übelkeit). Bei ausreichend hoher Dosis kippt die Wirkung um: Die Rezeptoren werden gehemmt statt stimuliert – es kommt zur gefährlichen zweiten Phase mit Atemdepression, Muskelschwäche und im Extremfall Kreislaufversagen. Häufige Ursachen für Vergiftungen sind E-Liquid aus E-Zigaretten, Zigarettenstummel, falsch angewendete Nikotinpflaster oder -kaugummis sowie hochkonzentrierte Nikotinbeutel, die die individuelle Toleranzgrenze überschreiten.

Nikotinaufnahme pro Produkt

Wie viel Nikotin ist gefährlich?

Eine viel zitierte Analyse des Pharmakologen Bernd Mayer (Archiv für Toxikologie, 2013) kommt zu dem Schluss, dass die tatsächlich letale orale Dosis für Erwachsene bei etwa 500–1.000 mg Nikotin liegt (entspricht 6,5–13 mg pro kg Körpergewicht). Die früher oft genannte Zahl von 30–60 mg als tödliche Dosis geht auf schlecht dokumentierte Selbstversuche aus dem 19. Jahrhundert zurück und gilt heute als veraltet.

Schwere Vergiftungssymptome können jedoch weit unterhalb der letalen Dosis auftreten – besonders bei Personen ohne Nikotintoleranz. Für Kleinkinder gelten deutlich niedrigere Schwellenwerte: Schon wenige Milligramm oral aufgenommenes Nikotin können bei einem Kleinkind ernsthafte Symptome auslösen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt ausdrücklich vor ungesicherten E-Zigaretten-Liquids in Haushalten mit Kindern.

Die folgende Tabelle zeigt typische Nikotinmengen pro Produkt und die tatsächlich vom Körper aufgenommene Menge:

Produkt Nikotin pro Einheit Typisch absorbierte Menge
Zigarette 10–12 mg (Gesamtgehalt) 1–2 mg
Nikotinbeutel (leicht) 3–6 mg ca. 1–3 mg
Nikotinbeutel (stark) 9–16 mg ca. 3–8 mg
Nikotinbeutel (extra stark) 20–50 mg ca. 6–15 mg
E-Zigarette (pro Session) variiert 1–5 mg
Nikotinkaugummi 2–4 mg ca. 1–2 mg

Wichtig: Regelmäßige Verwender können höhere Mengen tolerieren als Gelegenheitskonsumenten oder Nichtraucher – Immunität gegen Vergiftung besteht jedoch nicht. Körpergewicht, individueller Stoffwechsel und Einnahme auf nüchternen Magen beeinflussen die Wirkstärke erheblich. Wer verstehen möchte, wie viel Nikotin aus einem Beutel tatsächlich aufgenommen wird, sollte nicht nur den Aufdruck auf der Verpackung beachten, sondern auch die eigene Toleranz kennen.

Nikotinvergiftung Symptome: Zwei-Phasen-Verlauf

Das Besondere an einer Nikotinvergiftung ist ihr zweiphasiger Verlauf. Dieser Verlauf unterscheidet eine echte Intoxikation vom kurzzeitigen Nikotinschock, der in der Regel selbstlimitierend ist. Wer weiß, in welcher Phase er sich befindet, kann besser einschätzen, ob Selbstbehandlung ausreicht oder ärztliche Hilfe notwendig ist.

Phase 1: Stimulation (15–60 Minuten nach Aufnahme)

In der ersten Phase überstimuliert Nikotin das autonome Nervensystem. Leitsymptom ist Übelkeit, häufig begleitet von Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, verstärktem Schwitzen und Herzrasen. Erhöhter Speichelfluss und Bauchkrämpfe sind ebenfalls typisch.

Alarmsignal: Die Symptome bessern sich nicht innerhalb von 30 Minuten nach dem Ende des Nikotinkonsums oder verschlechtern sich aktiv.

Phase 2: Depression (ab 30 Minuten, bis zu 4 Stunden)

Bei ausreichend hoher Nikotindosis wechselt das Nervensystem von Überstimulation auf Hemmung. Diese Phase ist gefährlich: Blutdruck und Herzfrequenz sinken, die Atmung wird flach. Im weiteren Verlauf drohen MuskelschwächeKrampfanfälleBewusstlosigkeit und – in seltenen Extremfällen nach Ingestion konzentrierter E-Liquids – Herzstillstand oder Atemlähmung.

Ein Herzstillstand durch Nikotinbeutel oder normales Rauchen ist extrem selten und tritt fast ausschließlich nach absichtlicher Einnahme sehr großer Mengen konzentrierten Nikotins auf.

Chronischer Überkonsum ist eine davon getrennte Problematik: Anhaltende Übelkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen und Verdauungsbeschwerden können auf eine dauerhafte Überlastung des Körpers durch zu hohe tägliche Nikotinmengen hinweisen.

Phase Zeitfenster Warnsymptome Empfohlene Maßnahme
Stimulation (Phase 1) 15–60 Minuten Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen, Schwitzen, Zittern Nikotinkonsum stoppen, sorgfältig beobachten
Depression (Phase 2) 30 Min. – 4 Stunden Blutdruckabfall, verlangsamte Atmung, Muskelschwäche, Verwirrtheit Ärztliche Hilfe suchen
Notfall variiert Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand Sofort 112 rufen

Hinweis: Bei mittelschwerer Vergiftung können stimulierende und dämpfende Symptome gleichzeitig auftreten.

Gesetzlich gilt in Deutschland: E-Liquids dürfen nach der EU-Tabakproduktrichtlinie (TPD) maximal 20 mg/ml Nikotin enthalten und müssen in Behältern von maximal 10 ml verkauft werden. Nikotinbeutel sind regulatorisch noch nicht vollständig erfasst; online sind Produkte mit bis zu 50 mg pro Beutel erhältlich.

Wie lange dauert eine Nikotinvergiftung?

Leichte Vergiftungen klingen in der Regel nach 1–4 Stunden ab, sobald der Körper das überschüssige Nikotin metabolisiert hat. Ruhe und ausreichend Flüssigkeit unterstützen die Erholung.

Mittelschwere Fälle können bis zu 24 Stunden andauern. Anhaltender Durchfall und wiederholtes Erbrechen führen zu Dehydrierung, die die Symptome verstärkt. Ohne Besserung nach einigen Stunden ist ärztliche Beobachtung ratsam.

Schwere Vergiftungen – insbesondere nach oralem Verschlucken von E-Liquid oder bei Kleinkindern – erfordern eine stationäre Überwachung von 48–72 Stunden. Die Dauer hängt von aufgenommener Menge, Körpergewicht, Toleranz und Aufnahmeroute ab. Oral aufgenommenes Nikotin (Magen-Darm-Trakt) gelangt langsamer und länger anhaltend ins Blut als Nikotin über Mundschleimhaut oder Lunge – weshalb das Verschlucken eines Nikotinbeutels Beginn und Dauer der Symptome verlängert.

Schweregrad Typische Dauer Hinweise zur Erholung
Leicht 1–4 Stunden Abklingen mit Ruhe und Flüssigkeitszufuhr
Mittelschwer Bis zu 24 Stunden Ärztliche Beobachtung empfohlen, Dehydrierung beachten
Schwer 48–72 Stunden Stationäre Behandlung erforderlich

Erste Hilfe bei Nikotinvergiftung: Was tun?

Nikotinvergiftung Von leichter bis schwerer Symptomatik

Bei leichten Symptomen, die sich erkennbar bessern, reicht zunächst Erste Hilfe zu Hause. Bleiben Sie bei der betroffenen Person, beobachten Sie die Symptome mindestens 30 Minuten lang genau und halten Sie die Giftnotruf-Nummer griffbereit. Bei Kindern und Tieren: immer sofort den Notruf anrufen, ohne auf eine Verbesserung zu warten.

Sofortmaßnahmen

  • Nikotinquelle sofort entfernen: Beutel ausspucken, E-Zigarette weglegen, Pflaster ablösen.
  • An die frische Luft gehen oder Fenster öffnen.
  • Kleine Schlucke stilles Wasser trinken – kein großer Schluck auf einmal.
  • Bei Schwindel oder Übelkeit: stabile Seitenlage, damit die Atemwege frei bleiben.
  • Bei Hautkontakt mit E-Liquid: betroffene Stellen mindestens 15 Minuten gründlich mit Wasser und Seife abwaschen.
  • Ruhe bewahren und die Person beruhigen; beengte Kleidung lockern.

Giftnotruf und Notruf: Wann welche Nummer?

Wählen Sie 112, wenn Symptome nach 30 Minuten schlimmer werden, wenn Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Atemschwierigkeiten oder ein gefährlich langsamer Herzschlag auftreten oder wenn ein Kind oder Tier Nikotin aufgenommen hat.

Wählen Sie Ihr regionales Giftinformationszentrum (Giftnotruf), wenn Sie Vergiftung vermuten, aber noch keine akut lebensbedrohlichen Symptome vorliegen. Die Zentren sind rund um die Uhr erreichbar und geben konkrete Handlungsanweisungen.

Wählen Sie 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst), wenn Sie ärztliche Beratung außerhalb der Praxiszeiten benötigen, die Symptome aber nicht unmittelbar lebensbedrohlich sind.

Hier sind die offiziellen Giftnotruf-Nummern der Bundesländer:

  • Berlin: 030 192 40 (Giftnotruf der Charité)
  • Bonn (NRW): 0228 192 40
  • Erfurt (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern): 0361 730 730
  • Freiburg (Baden-Württemberg): 0761 192 40
  • Göttingen (Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein): 0551 192 40
  • Mainz (Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland): 06131 192 40
  • München (Bayern): 089 192 40
  • Homburg/Saar (Saarland – Alternativnummer): 06841 192 40

Hinweis: Es gibt keine bundeseinheitliche kostenfreie Giftnotruf-Nummer. Rufen Sie stets die Zentrale an, die für Ihr Bundesland zuständig ist.

Was Sie nicht tun sollten

  • Kein Erbrechen herbeiführen. Erbrechen kann die Nikotinaufnahme über gereizte Schleimhäute beschleunigen und bei beeinträchtigtem Bewusstsein die Atemwege gefährden.
  • Keine Milch geben. Der Glaube, Milch neutralisiere Nikotin, ist ein weit verbreiteter Irrtum ohne wissenschaftliche Grundlage.
  • Keine Aktivkohle auf eigene Faust einsetzen. Im Krankenhaus wird Aktivkohle unter ärztlicher Aufsicht bei frischer oraler Aufnahme eingesetzt. Als Selbstmedikation besteht das Risiko einer Aspiration – besonders bei Erbrechen oder Bewusstseinseintrübung.

Krankenhausbehandlung bei schwerer Nikotinvergiftung

Ein spezifisches Gegenmittel (Antidot) für Nikotin existiert nicht. Die Behandlung im Krankenhaus ist symptomorientiert und unterstützend.

Je nach klinischem Bild werden Infusionen zur Behandlung von Dehydrierung und Kreislaufproblemen verabreicht. Bei kürzlicher oraler Aufnahme und erhaltenem Schluckvermögen kann Aktivkohle gegeben werden, um die weitere Nikotinresorption zu reduzieren. Krampfanfälle werden mit Benzodiazepinen behandelt.

Bei Bradykardie (gefährlich langsamer Herzschlag) ist Atropin eine mögliche Maßnahme; Anticholinergika sind bei Nikotinvergiftung jedoch nicht generell empfohlen, da Nikotin vorwiegend nikotinische, nicht muskarinische Rezeptoren besetzt. Bei Atemschwäche oder Atemstillstand wird Sauerstoff oder mechanische Beatmung eingesetzt.

Die Diagnose basiert auf dem klinischen Bild und der Expositionsanamnese; Blut- oder Urinmessungen von Nikotin und seinem Abbauprodukt Cotinin dienen in der Regel nicht als Grundlage für Therapieentscheidungen.

Dieser Abschnitt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Im medizinischen Notfall: 112 anrufen.

Nikotinvergiftung vorbeugen

Die meisten Nikotinvergiftungen sind vermeidbar. Entscheidend sind ein verantwortungsvoller Umgang mit Nikotinprodukten und die sichere Aufbewahrung vor Kindern und Haustieren.

Für den eigenen Konsum

Wer neu mit Nikotinbeuteln beginnt, sollte mit niedrig dosierten Einstiegsprodukten (idealerweise 3–6 mg pro Beutel) starten. Nie mehr als einen Beutel gleichzeitig verwenden; zwischen zwei Anwendungen mindestens 30–60 Minuten warten. Mehrere Nikotinquellen parallel (z. B. Beutel + Dampfen + Pflaster) kumulieren die aufgenommene Menge und erhöhen das Vergiftungsrisiko erheblich. Wer von einer schwächeren Marke wie VELO auf eine stärkere wie Pablo wechseln möchte, sollte die Stärke schrittweise erhöhen.

Übelkeit, Schwindel, starkes Schwitzen oder Herzrasen sind körperliche Warnsignale – bei diesen Symptomen sofort aufhören. Alkohol in Kombination mit Nikotin kann das Urteilsvermögen beim Dosieren beeinträchtigen. Zudem den täglichen Beutelkonsum im Blick behalten.

Sicherheit für Kinder und Haustiere

E-Liquids sind die gefährlichste Produktkategorie für Kinder, da sie konzentriertes Nikotin in trinkbarer Form enthalten und durch bunte Verpackungen und Aromazusätze attraktiv wirken. Alle Nikotinprodukte – Liquids, Nachfüllflaschen, Beutel, Pflaster, Kaugummis, Zigarettenstummel – gehören in verschlossene, kindersichere Behälter oder abschließbare Schränke. Kindersichere Verpackungen sind eine Mindestanforderung, keine ausreichende Schutzmaßnahme; aktive Beaufsichtigung ist unersetzlich. Benutzte Beutel, Stummel und leere Flaschen in versiegelte Behälter entsorgen, die für Kinder und Tiere unzugänglich sind.

Wer unentschlossen ist, ob ein Nikotinprodukt zum eigenen Erfahrungslevel passt, kann zunächst nikotinfreie Beutel testen – ohne jedes Vergiftungsrisiko.

Zusammenfassung: Richtig handeln bei Nikotinvergiftung

Nikotinvergiftungen sind in schwerer Form selten, können jedoch ohne rechtzeitige Hilfe lebensbedrohlich werden. Körpersignale wie anhaltende Übelkeit, Herzrasen und Schwitzen ernst nehmen, Nikotinkonsum sofort stoppen und die Symptome engmaschig beobachten. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu oft als zu selten anrufen.

  • 112 – bei Krampfanfällen, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand oder Verdacht auf schwere Vergiftung eines Kindes
  • Regionales Giftinformationszentrum – bei Vergiftungsverdacht und für sofortige Einschätzung der Gefährdung (Nummern weiter oben)
  • 116 117 – für ärztliche Beratung bei nicht lebensbedrohlichen Symptomen außerhalb der Praxiszeiten

Wer seine Nikotinprodukte sicher aufbewahrt und die eigene Toleranz kennt, kann das Vergiftungsrisiko erheblich reduzieren.

Häufige Fragen zur Nikotinvergiftung 

Kann eine Nikotinvergiftung durch Hautkontakt entstehen?

Ja. Konzentriertes E-Liquid, beschädigte Nikotinpflaster oder zerdrückte Beutel können Nikotin durch die Haut aufnehmen lassen. Kinder haben das höchste Risiko beim Umgang mit offenen Behältern. Betroffene Hautstellen sofort mindestens 15 Minuten mit Wasser und Seife waschen. Standard-Nikotinbeutel, die korrekt im Mund platziert werden, stellen kein Hautkontaktrisiko dar.

Hinterlässt eine Nikotinvergiftung bleibende Schäden?

Ein einzelner leichter Vergiftungsfall hinterlässt in der Regel keine dauerhaften Schäden – der Körper metabolisiert Nikotin vollständig. Wiederholte schwere Überdosierungen können das Herz-Kreislauf-System langfristig belasten. Bei Kleinkindern mit schwerer Vergiftung sind kurzfristige neurologische Komplikationen möglich; bei rascher Behandlung erholen sich die meisten vollständig.

Erhöht die gleichzeitige Nutzung mehrerer Nikotinprodukte das Vergiftungsrisiko?

Ja, erheblich. Wer gleichzeitig einen Nikotinbeutel verwendet, dampft, ein Pflaster trägt oder Kaugummi kaut, addiert die Nikotinmengen aus allen Quellen. Zwischen diesen Anwendungen gibt es keine Verarbeitungspause für den Körper. Häufige Folge: anhaltende Übelkeit, Durchfall und Herzrhythmusstörungen. Immer nur eine Nikotinquelle gleichzeitig verwenden.

Sind Kinder stärker gefährdet als Erwachsene?

Deutlich stärker. Kleinkinder können bereits durch sehr geringe oral aufgenommene Nikotinmengen schwere Symptome entwickeln, während Erwachsene mit gewisser Toleranz ein Vielfaches davon benötigen. Kinder verschlechtern sich aufgrund ihres geringeren Körpergewichts schnell. Bei jedem Verdacht auf Nikotingabe an ein Kind sofort den Notruf 112 oder das Giftinformationszentrum anrufen.

Was ist der Unterschied zwischen akuter und chronischer Nikotinvergiftung?

Eine akute Nikotinvergiftung ist eine Einzelreaktion auf eine hohe Dosis. Symptome beginnen innerhalb von Minuten und klingen innerhalb von Stunden bis Tagen ab. Eine chronische Vergiftung entwickelt sich durch dauerhaft überhöhten Nikotinkonsum über Wochen oder Monate: Sie äußert sich in anhaltender Übelkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Verdauungsproblemen. Konsequente Reduktion der täglichen Nikotinmenge führt in der Regel zur Besserung.

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